Wellentänzer 2020.Der Wein der auf den Wellen tanzt.

Blog Artikel Peter R. Egli

Der Wein, der auf den Wellen tanzt. So las ich die ersten Zeilen eines Artikels über den Winzer, Fabian Sloboda vom Neusidlerseee. Seine Idee, einen Wein den Bewegungen des Wassers auszusetzen, war nicht neu sondern schlichtweg uralt. Im Jahr 1820 nämlich, bemerkte der Gründer des weltberühmten Bordelaiser Weingutes Château Cos d’Estournel, das die Weine die er nach Afrika, Arabien und Indien verkaufte allesamt eine andere Entwicklung nahmen als die welche im heimischen Weinkeller ruhten. Seine Schlussfolgerung war einfach, durch die Bewegungen der Weinfässer auf den Schiffen reiften die Weine anders. 

Im Jahr 2017 griff der Burgenländer Winzer die Idee wieder auf und lies, am Neusiedlersee eine Boje mit rund 900 Liter Wein zu Wasser. Zur gleichen Zeit lagerte er den gleichen Wein unter konventionellen Bedingungen in seinem Weinkeller ein. Für genau die gleiche Zeit. So entstand das Projekt Wellentänzer und Zwillingswein.

Nur 1 Jahr später griff sein Winzerkollege, Robert Irsslinger, bei einem get together mit Fabian, die Idee auf und entschloss, zusammen mit seinem Österreichischen Pendant, das Projekt auch in die Schweiz zu bringen. Der Wellentänzer aus dem Zürichsee war somit geboren. Eingewassert wurde im November 2019, ausgewassert, exakt 139 Tage später. Der grosse Unterschied zu Fässern, Tanks, Amphoren und Tupperdosen? Der Wein ist ständig in Bewegung und ist, wenn auch nur leichten, Temperaturschwankungen ausgesetzt. Die Hefen wirbeln so im Tankherum und erledigen ihr Werk. In den Fachkreisen auch Batonnage  (allerdings wird der Wein bei der klassischen Batonnage nur gelegentlich aufgerührt) genannt. Der Wein gewinnt so an Fülle und gewinnt an Cremigkeit. 

Nicht nur Winzer Robert Irsslinger war begeistert vom Ergebnis, auch die Fachwelt attestierte dem jungen Weinmacher Bestnoten und dem Wein zudem noch eine lange Lagerfähigkeit. Der Wellentänzer und sein Zwillingswein waren im Handumdrehen ausverkauft. Das Ziel war klar. Im kommenden Jahr sollte die Boje wieder eingewassert werden. Nur diesmal direkt am Hafenbecken in Zürich. 

So geschehen, unter den Augen von Fachpresse und einigen Schaulustigen, am 28. Oktober 2020. Der Wein wurde direkt am Bürkliplatz zu Wasser gelassen und verankert. Im Gegensatz zum Hafen in Rapperswil Jona ist das Hafenbecken um den Bürkliplatz nicht eingemauert. Das heisst der Wein wird über die kommenden Monate, genau gesagt bis Anfang Mai 2021, weitaus mehr durchgeschaukelt als sein Vorgänger. 

Umso erfreulicher für uns ist, dass wir als Premium Partner von Robert, eine kleine aber feine Menge des kommenden Jahrgangs sichern konnten. Diese stellen wir unserer Kundschaft gerne zur Verfügung.  Wir wünschen Ihnen viel Spass beim degustieren.


Bleiben Sie gesund und
gönnen Sie sich etwas Gutes.

Peter R. Egli
Weinliebhaber