Weinwerft`s Weinwelt – Wermut

In unserem Monats-Blog schreiben und informieren wir Euch über spannende, amüsante und interessante Themen aus unserer Weinwerft-Weinwelt.

Wermut – Ein uraltes Trendgetränk

W

ie aus dem antiken Heilmittel unser Aperitif-Superstar wurde.

Kennen tun wir ihn alle, aber was genau ist Wermut überhaupt?

Kurz: Er ist ein aromatisierter Wein, der mit Brandy (Weindestillat) aufgespritet und mit Zucker und sogenannten Botanicals versetzt wird. Kräuter, Gewürze, Wurzeln, Samen, Fruchtschalen usw. werden als Botanicals bezeichnet.

Das Wermutkraut verleiht dem Getränk seinen typischen, leicht bitteren Charakter. Mindestens 75 Prozent Wein müssen enthalten sein, um als Wermut klassifiziert zu werden.

Die Auswahl der Botanicals ist jedoch für jeden Produzenten höchst individuell, was eine tolle Vielfalt an Geschmäckern und Produkten hervorbringt.

Mit Pflanzen und Kräutern angereicherter Wein gehört zu den ältesten alkoholischen Getränken. Die ersten schriftlichen Erwähnungen zum Kräuterwein reichen zurück bis 1500 v. Chr. 

Funde von Amphoren aus China und dem Nahen Osten sogar bis 5000 v. Chr. Damals noch hauptsächlich als Heilmittel eingesetzt, wussten die Chinesen, Perser, Ägypter, Griechen oder Römer bereits um die Wirksamkeit dieser Mixturen.

Im Laufe der Jahre wurden Kräuterweine nicht nur als Heilmittel eingesetzt, sondern Kräuter und Gewürze verhalfen eher schlechten Weinen zu einem durchaus besseren Geschmack. So wurde auch schon damals das ein oder andere Glas zu viel auf die “Gesundheit” getrunken.

Tonamphore

Wermut, wie wir ihn heute kennen, fand sein Momentum Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts in Italien, ausgehend von der Stadt Turin im Norden durch die grossen Marken Carpano, Cinzano und Martini. Heutzutage ist allerdings der damalige Pioniergeist der Massenproduktion gewichen. 

In Frankreich war es Joseph Noilly im Jahr 1813 in Lyon, der einen der ersten französischen Wermuts kreierte, der auch heute noch weltweit als Noilly Prat bekannt ist.

In Spanien entstanden in den 1870ern in Katalonien die ersten offiziellen Wermuts. Die Barszene etablierte ihn als Trendgetränk in Barcelona und er verbreitete sich so im ganzen Land. Im Gegensatz zum spanischen und italienischen ist der französische Wermutstil meist trockener, heller und mehr kräuterbetont.

 

Hergestellt werden kann Wermut auf verschiedene Arten. Sehr gängig ist die Methode, mit einem guten Grundwein zu starten. Je nach Version Weiss- oder Rotwein. Es folgt die Auswahl und Abstimmung der Botanicals, welche in einem Weindestillat mazeriert werden, um die gewünschte Aromatik herauszukitzeln. Dieses aromatische Mazerat wird mit dem Grundwein vermischt.

Heutzutage werden fantastische Wermuts in vielen Teilen der Welt hergestellt. Der apros Black Forest Vermouth beispielsweise kommt aus dem Herzen des Schwarzwaldes. Bemerkenswert bei apros ist, dass sie jeden Schritt ihrer Herstellung transparent darstellen.

Viele Wermutproduzenten geben keine Angaben über Qualität oder genauer Herkunft ihrer Basisweine. Ganz anders apros. In Zusammenarbeit mit dem Weingut Freiherr von Gleichenstein im Kaiserstuhl entstehen die Grundweine ausschliesslich aus gutseigenen Trauben der Sorten Grauburgunder (Pinot Gris) und Spätburgunder (Pinot Noir). Reinsortig oder im Cuvée entstehen so der White, Rosé und Red Vermouth.

Auch bei der Auswahl der jeweiligen Botanicals ist apros sehr transparent, wobei die genaue Zusammensetzung und Rezeptur natürlich nicht preisgegeben wird. 

Ihre Vermouths sind sehr feinaromatisch und wunderbar fruchtig und schmecken daher pur auf Eis, als erfrischende Spritz-Version oder auch als Bestandteil gemixter Cocktails.

In diesem Sinne…wünsche ich Euch viel Freude bei eurem nächsten Wermut-Abend.

Salud!

Euer Simon